Mittwoch, 22. November 2017

Wiederholung / MMM

Nachdem mir mein erster Hoodie so gut gefällt, habe ich flink einen zweiten genäht. diesmal stammt nur ein Teil des Stoffes aus dem Fundus, den jeansblauen Sommersweat habe ich neu gekauft.


Beim Spaziergang durch die herbstliche Landschaft konnte der Hoodie seine Vorteile voll ausspielen.

Der Hals bleibt schön warm ....

... auch wenn Frau Küstensocke wieder ungewöhnliche Bewegungen macht und wenig damenhaft über die großen Findlinge klettert....
.... einen kleinen Hügel hinauf geht ....
... und komische Verrenkungen macht.



Es muss am Schnittmuster liegen, dass ich immer Lust auf Bewegung verspüre wenn ich den Hoodie anziehe. Schnitt McCalls M 6992, Kapuze vom Schnitt Fehmarn.


Die Racing-Streifen auf den Ärmeln mag ich besonders. Bei Wunderpop gibt es verschiedene Arten zu kaufen und auch schön gedrehte Kordeln.

Stoffverbrauch Hoodie: 1,00 m Sweat in jeansfarben (neu gekauft),
60 cm grauer Sweat aus dem Bestand.



Über dem Hoodie trug ich meine dunkelblaue Jacke, die ich Anfang des Jahres nähte.


Die Jacke entspricht inzwischen dem aktuellen Oversize-Look und gibt Raum für Bewegung.



Dann will ich mal schauen, welche sportliche und/oder elegante Mode es heute auf dem MMM Blog zu entdecken gibt. 

Dodo zeigt ihr zauberhaftes Kleid, das ich am Wochenende ganz in echt in Köln beim Nähbloggertreffen bewundern und anfühlen durfte. Einfach fabelhaft! 

 Vielen Dank an das Team vom MMM für die Organisation. 

Montag, 20. November 2017

Das perfekte Geschenk - Anleitung Kuchentasche nähen

Wichtiges vorweg: Die Idee der Kuchentasche habe ich bei Bine auf dem Blog waseigenes gefunden. (Ehre wem Ehre gebührt!)

Ich habe ihre Anleitung nachgenäht und für mich und meine Zwecke in den Maßen und Arbeitsschritten angepasst.

Hier kommt die Anleitung zur Kuchentasche nach Kuestensocke.

Für eine Springform mit max. 28 cm Durchmesser.

Geeignete Stoffe: Jeans, Baumwolle, Leinen, Cord, Mischgewebe mit etwas Stand. Wachstuch oder Duschvorhang lässt sich für die Innenseite verarbeiten, es geht aber in jedem Fall auch ohne.
Ich habe Cord für außen und Leinen für innen genommen.

Zuschnitt dauert ca. 10 Minuten, das Nähen geht fix in ca. 30 Minuten (jedenfalls ab der zweiten Kuchentasche). 



Zwei Stoffstücke (Außen- und Innenstoff) 38 cm x 70 cm
1 Streifen 10 x 44 cm für die Griffe (wird dann halbiert) / wer Bundfix/Stanzband für die Griffe nutzt, schneidet für die Griffe 1 Streifen 7 cm x 44 cm und bebügelt ihn mit dem Stanzband, 
2 Streifen 5 cm x 40 cm für die Kanteneinfassung

Stoffe zuschneiden
Streifen für die Griffe ggf. mit Bundeinlage bebügeln.

Griffe nähen und dann halbieren auf zwei Streifen je 22 cm


Henkel an den Stoff stecken. jeweils 12 cm vom Rand ist ein gutes Maß.


Innen- und Außenstoff rechts auf rechts an den schmalen Kanten zusammenstecken. 


Füßchenbreit nähen, dabei die Henkel mitfassen.


Wenden und die Naht bügeln


anschließend von außen einmal absteppen. Sieht einfach schöner aus. 


Stoffstück in Position falten. Dafür die Mitte markieren und von außen nach innen falten.


In der Mitte insgesamt ca. 3 - 5 cm Platz lassen. Das erleichtert das Verstauen der Kuchenform.
Stoff mit Stecknadeln fixieren.


Die offenen Kanten werden jetzt mit einem Stoffstreifen eingefasst.


Streifen rechts auf rechts von der Rückseite stecken und füßchenbreit annähen



Ecken leicht schräge anschneiden

Stoffstreifen ebenso leicht anschrägen


und so falten, dass man saubere Ecken und eine gerade Kante bekommt.



feststeppen. Fertig!



Kuchen in der Springform in die Tasche stecken und verschenken!





Variante 2: Jetzt geht es rund
Zuschnitt wie oben
2 x 38 cm x 70 cm für die Tasche
1 x 10 cm x 44 cm für die Griffe / bei Nutzung von Stanzband 1 x 7 cm x 44 cm für die Griffe
110 cm langen Schrägstreifen von 5 cm Breite oder vorgefertigtes Schrägband

Griffe anbringen wie oben beschrieben, bügeln, absteppen.
Stoffstück falten.

Jetzt werden die Ecken abgerundet. Ich nutze dafür einen Speiseteller.
Markierung ca. 12 cm von der Kante. Rundung einzeichnen ...


... abschneiden


gesamte Tasche mit Schrägband einfassen. Auf der Rückseite das Schrägband stecken, Rundungen gut ausformen. 


Zur Runde schließen. 


 Schrägband rundrum annähen


ggf. die Kanten zurückschneiden, so dass sich das Schrägband gut um die Kante falten lässt.
Sorgsam falten, feststecken und dann rundrum festnähen.


Das Schrägband sorgsam falten, feststecken und dann rundrum festnähen.


Ich habe gleich zwei Kuchentaschen in der runden Form genäht. Einmal mit rotem vorkonfektioniertem Schrägband, einmal mit selbstgefertigtem Schrägband.


Weltbesten Mohnkuchen in die Kuchentasche stecken und dem Schwager zum Geburtstag schenken.
Da freut sich der Schwager über den Kuchen und die Schwester über die Kuchentasche ;-)


Viel Freude und gutes Gelingen beim Nähen!


Donnerstag, 16. November 2017

Ausstellung Jil Sander in Frankfurt

Anfang November besuchte ich die Jil Sander Austellung in Frankfurt am Main. Gezeigt wird die Ausstellung im Museum für angewandte Kunst - das finde ich sehr passend. 


Aufgemacht ist die Ausstellung mit bekannten Jil Sander Motiven - sie stammen allesamt aus einer Zeit, als die Designerin ihre Marke noch selber promotete bzw. die Parfüm-Linie der Marke. 
Im Jahr 1999 wurde das Unternehmen und die  Marke Jil Sander an Prada verkauft. Zwar war Jil Sander auch danach noch teilweise im Design der Marke tätig, das öffentliche Bild der Marke wurde jedoch nach und nach von ihrer Person gelöst. 

Den "eigenen Namen" zu verkaufen ist eine ziemliche Zäsur - dies auf der persönlichen Ebene wegzustecken ist sicher nicht immer einfach (unabhängig davon, ob der Verkaufserlös das alles erleichtert - es geht doch um ein Lebenswerk). Beim Verkauf der Marke war Jil Sander 56 Jahre alt - gegründet hatte sie ihr Unternehmen 1968 im Alter von 25 Jahren.




Ausstellungbereiche 
Die Ausstellung zeigt Design von Jil Sander aus verschiendenen Bereichen. Die Mode hat den größten Anteil, ganz klar. Es werden jedoch auch die Gebiete Architektur, z.B. in ihren Flag Ship Stores, Landschaft - ein Garten in Norddeutschland und die Parfüm-Serien betrachtet. 

Bei der Mode dominiert die Kleidung. Schuhe und Taschen werden auch gezeigt. 

Der Bereich Mode interessierte mich besonders - hier habe ich einige
Fotoimpressionen
mitgenommen. 

Herrenhemd mit verschiedenen Oberflächenstrukturen.


Neue Schulterlinie bei Herrensakkos.



Es wurde in der Ausstellung (zu) kurz erwähnt, dass auch die Stoffe für die einzelnen Kollektionen überwiegend im Hause Jil Sander entwickelt wurden. Die Stoffe für diese Mäntel finde ich sagenhaft schön.


Aufällig die Ärmelnaht am zweiteiligen Mantelärmel. Es muss nicht immer alles unsichtbar sein um elegant zu wirken.


Besondere Stricktechnik für Pullover und Strickkleider. (und so einen langen schlanken Hals hätte ich auch gern ;-)


Ein Ausstellungsraum zeigt nahezu eine ganze Kollektion (weiss jedoch nicht mehr aus welchem Jahr). Es überwiegt ein schwarzer Wollstoff - ähnlich wie ein Mantelvelour. Daraus wurden Jacken, Kleider, Mäntel gefertigt. 

Hier der skulpturale Ansatz der damaligen Kollektion mit ausgeprägter Rückenpartie.


außenliegende Abnäher bei einer Jacker, aber auch bei Kleidern waren zu sehen. Durch den dicken Stoff haben die eine interssante plastische Wirkung.


Diese Nahtführung - wow!



Hier wurde das Thema Stoff nochmals aufgegriffen. Die Kleider dieser Kollektion wurden durch ein Teppichmuster inspiriert, dass dann auf den Stoff übertragen wurde.



Mein Fazit
Ich freue mich sehr, dass ich Gelegenheit hatte, die Ausstellung anzusehen. 
 Aus meiner Sicht wird jedoch jede Menge Potential verschenkt. 

Mode und Design lebt vom Stoff - man durfte keine Stoffe anfassen. Warum gibt es keine Stoffmuster, die für Besucher fühlbar sind?
Ähnlich bei den Parfümflakons - weder konnte man die Flakons anfassen um das Gewicht zu erspüren noch konnte man riechen.  
Das Innenleben der Kleider wird nicht gezeigt (außer bei Herrensakkos) Gerade im Innenleben  zeigt sich schlaues Design. Da hätte ich gern ein Exponat auf links gesehen oder eben Fotos dazu. 
 

Auf jeder der drei Ausstellungsebene gab es eine oder zwei Video-Installationen - die Erklärungen dazu waren kaum vorhanden oder sehr dürftig. Zudem zog sich durch das ganze Haus ein fortwährender Klangteppich aus spährischer Musik. Von echter Kunst habe ich keine Ahnung, kann sein, dass genau dies künstlerisch wertvoll ist. Der Sinn der Musik hat sich mir nicht erschlossen.  

Ich habe erst nach meinem Besuch in den Presseberichten zur Ausstellung und den Interviews, die Jil Sander kürzlich geben hat, erfahren was die Ausstellung bezweckt und warum manche Dinge so und nicht anders gemacht wurden. Schade eigentlich, dass man sich erst belesen sollte, um die Ausstellung zu verstehen.  Ok vielleicht ist das wie bei der Oper - da sollte man die Handlung auch unbedingt vorher durchlesen. Ich liebe Opern, vielleicht bin ich zu streng mit Ausstellung ;-)


Das Museum 
Das Museum für angewandte Kunst in Frankfurt hat einen wunderbar modernen, lichtdurchfluteten Bau. Man hat immer wieder schöne Ausblicke auf den Main und den umliegenden Park. 
Es gibt Schließfächer im Untergeschoss für die Taschen und Jacken. 
Fotografieren ist erlaubt! 
Ein gutes Cafe ist gleich gegenüber vom Ausgang - da kann man sich nach Auststellung stärken.

Und jetzt?
 Auf nach Frankfurt! 
Vorher eingie Berichte über die Ausstellung lesen und dann alles anschauen und genießen (wie in der Oper).


FAZ Inverview
FAZ Artikel
Hamburger Abendblatt Artikel 
Die Welt Artikel 

Die Ausstellung läuft bis Mai 2018 - da werden hoffentlich noch viele die Gelegenheit haben sie anzuschauen.